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Back to Basic ist die Lösung


Warum ich immer wieder zur Basis zurückkehre

Es gibt Sätze, die begleiten einen viele Jahre. Und manchmal begegnet man einem Menschen, der genau das ausspricht, was man tief in sich längst weiß.

So ging es mir vor Kurzem bei einem Beitrag meiner Lehrerin Konstanze Kopta. Darin ging es um die Frage, wie Training wirklich erfolgreich wird. Beim Lesen wurde mir bewusst, dass sich darin mein eigener Weg der letzten Jahrzehnte widerspiegelt.


Ich hatte das Glück, im Laufe meines Lebens von vielen großartigen Lehrerinnen und Lehrern lernen zu dürfen. Jeder von ihnen hat mir neue Puzzleteile geschenkt. Manche haben mein bisheriges Denken bestätigt. Andere haben mich dazu gebracht, alles noch einmal zu hinterfragen und praktisch wieder bei Null anzufangen.


Und genau das empfinde ich heute nicht als Rückschritt.

Sondern als Entwicklung.


Je mehr ich gelernt habe, desto wichtiger wurde mir die Basis. Heute weiß ich: Die schwierigsten Lektionen sind oft die einfachsten. Ein Pferd wirklich zu beobachten. Kleine Veränderungen wahrzunehmen. Freude daran zu haben. Sich selbst immer wieder zu hinterfragen. Geduldig zu bleiben. Dran zu bleiben.


Als Reitlehrerin habe ich erlebt, dass nicht jeder diesen Weg mitgehen möchte.

Es gab Menschen, die einfach nur reiten wollten. Für sie war das genaue Hinsehen, das Wiederholen, das Arbeiten an den kleinsten Details zu mühsam. Sie sind gegangen.

Andere sind geblieben.

Menschen, die bereit waren, gemeinsam mit ihrem Pferd zu lernen. Die verstanden haben, dass nachhaltige Entwicklung Zeit braucht. Dass Gesundheit, Tragfähigkeit und Leichtigkeit nicht durch Abkürzungen entstehen.


Interessanterweise wurde meine Arbeit mit den Jahren immer präziser und besser – und gleichzeitig schwerer zu verkaufen. Denn unsere Welt liebt schnelle Lösungen. Sie liebt Versprechen, die in wenigen Wochen zum Ziel führen.

Ich glaube nicht an solche Versprechen.

Ich glaube daran, dass echte Veränderung entsteht, wenn Menschen bereit sind, dranzubleiben. Das der Schlüssel zum Erfolg in der Arbeit mit den Pferden in Präzision und Kontinuität liegt.


Genau deshalb finden heute oft Menschen zu mir, deren Pferde bereits körperliche Probleme entwickelt haben oder bei denen vieles ausprobiert wurde, ohne dauerhaft zu helfen. Sie suchen keinen schnellen Trick. Sie suchen Verständnis. Einen roten Faden. Einen Weg.

Und genau diesen Weg gehe ich selbst bis heute.


Auch ich kenne Selbstzweifel. Manchmal denke ich, ich müsste noch besser sein. Noch verständlicher erklären können. Meinen Pferden schneller helfen können.

Dann merke ich, dass ich ungeduldig werde.

Und dann tue ich das, was ich meinen Schülerinnen und Schülern ebenfalls empfehle:

Ich gehe zurück zur Basis.

Dort finde ich Ruhe. Klarheit. Vertrauen.


Für mich war die Arbeit mit Pferden deshalb nie nur Ausbildung. Sie war immer auch Persönlichkeitsentwicklung. Sie fordert mich heraus. Sie schenkt mir Glücksmomente. Sie führt mich manchmal durch tiefe Täler. Und gerade deshalb empfinde ich sie als so wertvoll.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich diesen Beruf bis heute mit so viel Leidenschaft ausübe.

Denn am Ende geht es für mich nicht darum, möglichst schnell ans Ziel zu kommen.

Es geht darum, gemeinsam mit dem Pferd auf einem Weg zu sein, auf dem beide wachsen dürfen.



 
 
 

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